Folgelandschaften
Stillgelegte Tagebaue, aufgelöste Staatsgrenzen und verwilderte Äcker: Wo menschliche Nutzung endet oder sich verändert, entstehen neue Landschaften – durch natürliche Prozesse, bewusste Nachgestaltung oder beides zugleich.
Folgelandschaften ist eine fortlaufende fotografische Langzeitdokumentation solcher Orte. Im Mittelpunkt stehen Landschaften, deren heutige Gestalt von vergangenen Nutzungen, Eingriffen und Veränderungen erzählt. Dabei geht es nicht um eine vollständige Bestandsaufnahme, sondern um die fotografische Auseinandersetzung mit dem, was einer Nutzung folgt.
Orte und Epoche
Von einem brüchigen Berggipfel in den Alpen bis zu einer Festungsinsel der Nordsee ist kaum eine Landschaft von Menschenhand unberührt. Die Geschichten hinter den dokumentierten Landschaften stammen aus ganz unterschiedlichen Epochen und reichen bis in die Antike und darüber hinaus zurück.
Manche Veränderungen sind unmittelbar erkennbar, andere erst durch die Geschichte eines Ortes zu verstehen. Gerade dieses Zusammenspiel von Landschaft und Vergangenheit steht im Mittelpunkt der Dokumentation.
Was ist eine Folgelandschaft?
Das Wort „Folgelandschaft“ wird häufig im Zusammenhang mit Braunkohle verwendet, insbesondere als Teil des Begriffs „Bergbaufolgelandschaft“. Wörtlich bezeichnet er eine Landschaft, die dem Bergbau folgt.
Daneben gibt es beispielsweise Kulturfolgelandschaften, die entstehen können, wenn eine bisherige Nutzung aufgegeben wird und sich die Landschaft unter neuen Bedingungen weiterentwickelt – etwa wenn landwirtschaftliche Flächen dem Naturschutz überlassen werden.
Für diese Dokumentation wird der Begriff bewusst weit gefasst: als Landschaft, deren heutige Gestalt wesentlich durch eine frühere Nutzung, deren Aufgabe oder eine anschließende Umgestaltung bestimmt wird.
Renaturierung vs. Rekultivierung
Was einer Nutzung folgt, kann sehr unterschiedlich aussehen. Bei einer Renaturierung steht die Wiederherstellung möglichst naturnaher Lebensräume und Prozesse im Vordergrund. Rekultivierung bezeichnet dagegen die gezielte Wiederherstellung oder Neugestaltung einer zuvor genutzten Landschaft – beispielsweise für Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Erholung.
Daneben gibt es Orte, an denen menschliche Eingriffe gewollt oder ungewollt weitgehend ausbleiben und sich über Jahre oder Jahrzehnte neue Landschaftsformen entwickeln.
Energie-Folgelandschaften
Ein Schwerpunkt der bisherigen Dokumentation sind Landschaften, die durch die Gewinnung und Nutzung von Energie entstanden oder verändert worden sind. Dabei zeigte sich zunehmend, wie eng Energie mit ganz unterschiedlichen Landschaftsformen verbunden ist – vom Rohstoffabbau und der Energieerzeugung bis zu Infrastruktur, Industrie und späterer Nachnutzung.
Aus dieser Beschäftigung entwickelte sich Hausbrand. Was als fotografische Dokumentation von Energie- und Folgelandschaften begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem eigenständigen Projekt, das die Fotografien mit historischen Bildwelten und den überlieferten Erfahrungen der Menschen vor Ort verbindet.
Sprechen Sie uns an
Sie kennen eine Folgelandschaft, beschäftigen sich mit der Geschichte eines solchen Ortes oder haben eine Frage zur Dokumentation? Wir freuen uns über Hinweise und Austausch.
Schreiben Sie uns gerne an: post@folgelandschaften.de.
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